Jazz in seinen schillerndsten Farben

Früher hieß es, man müsse Jazz kapieren, um Hip-Hop zu verstehen – der erstklassige deutsche Jazz-Trompeter Nils Wülker kombiniert beide Genres und streckt seine Fühler in Richtung Hip-Hop aus. Beim ELBJAZZ präsentiert er zum ersten Mal ein exklusives Urban-Sound-Konzept, bei dem Wülker und seine Band auf Größen des deutschen Hip-Hops treffen: DJ Mad. der Mann, der bei den Beginnern für die Beats zuständig ist, Songpoet Maxim und der Rapper Nico Suave sind dabei und schaffen eine energiegeladene Fusion aus Jazz, Funk und Hip-Hop.

Der Kern der fünfköpfigen Nu-Jazz-Band Nighthawks besteht aus dem Trompeter Rainer Winterschladen und dem Multiinstrumentalisten Dal Martino. Ihre Kompositionen werden von den lang gezogenen Melodielinen von Winterschladens Trompete getragen und sind der ideale Soundtrack für jeden Nachtschwärmer. Krankheitsbedingt mussten die Fünf ihren Gig beim letztjährigen ELBJAZZ absagen, in diesem Jahr holen die Klangmaler ihren Auftritt nach.

Bekannt geworden ist sie mit einer faszinierenden Version von Eric Claptons Ballade „Tears In Heaven“, das hunderttausende Mal auf YouTube geklickt wurde. Seitdem schwärmt die Jazz-Welt von der erst 21 Jahre alten polnischen Bassistin und ECHO JAZZ-Nominierten Kinga Glyk. Furios und lässig gleichermaßen ist sie in die männliche Domäne der Bassisten eingedrungen und zeigt dabei, dass die Bassgitarre auch als Melodieinstrument taugt. 

The Cookers sind eine wirkliche Supergruppe des Jazz:  Die sieben Jazzveteranen, die Saxophonisten Billy Harper und Donald Harrison, die Trompeter Eddie Henderson und David Weiss, Pianist Danny Grissett, Bassist Cecil McBee und Schlagzeuger Billy Hart, haben  in den vergangenen Jahrzehnten Jazzgeschichte mitgeschrieben. Jeder dieser afroamerikanischen Musiker ist ein Virtuose mit enormer Erfahrung und ja, es kocht, wenn diese Hardbop-Musikanten loslegen!

Der Youngster Marcus King aus Greenville, South Carolina, erst 21 Jahre alt, brachte beim letztjährigen Reeperbahn Festival mit seiner Band den Nochtspeicher zum Kochen. Wie entfesselt spielte sein Sextett, angetrieben von einem knüppelharten Schlagzeug und einem pumpenden Bass. Keyboards, Saxofon und Trompete setzen Glanzpunkte, aber die eigentliche Sensation war dieser hochtalentierte Gitarrist und Bandleader, der seinen Stil „soul-influenced psychedelic rock“ nennt. In den USA gilt Marcus King als die Zukunft des Blues.

Außerdem bestätigt: Charles Pasi | Doug Carn West Coast Organ Band | Heinz Sauer & Jasper van’t Hof | Pablo Held Trio | Emil Brandqvist Trio | JOCO | Steinmetz & Stickan feat. Simin Tander | Phil Siemers | NuH(u)ssel Orchestra | Fabia Mantwill Quintett | BAMM | Daniel Hirth Trio feat. Frank Delle | Siena Jazz feat. David Grabowski Quartett | Kabaloon

Foto: David Koenigsmann