Hannah Epperson

Jazz Folk
© Anja Feer
© Anja Feer

Auf jedem Konzert, das die US-Songwriterin spielt, gibt es sie, diese kleinen, besonderen Momente, wenn sie sich mit Geige, Stimme und Loop-Pedal in ihren ganz eigenen Welten verfängt. Alle Stücke existieren einmal im reduzierten Akustikgewand, das sie als „Iris“ bezeichnet, einmal im „Amalia“ genannten Indie-Pop-Idiom. 2016 und 2018 erschienen die ersten beiden Alben des dieserart konzipierten Zyklus, der manchmal an Björk erinnert, manchmal in neoklassischen Gefilden mäandert. In Eppersons Texten vermischen sich Reales und Surreales, Endliches und Grenzenloses miteinander, wobei sie auch deutlich werden kann: Mal geht es ihr um die Zerstörung der gängigen Klischees von weiblichem Wohlverhalten, mal ums Ausloten der Tiefen menschlicher Psyche, mal zeigt sie gesellschaftliche Missstände auf – immer aber mit derart suggestivem Timbre und betörendem Violinspiel, dass sie das Publikum von der ersten Note in ihren Bann zieht.