Welche Stile gibt es im Jazz?
Die Frage nach den verschiedenen Stilrichtungen im Jazz führt einen ganz schnell in seine Geschichte, und genau da liegt ein Problem. Denn von welchem Wert sollten die historischen Stilarten des Jazz sein, wenn er doch spontan entstehende Musik ist, Musik im Hier und Jetzt? Da bräuchte man sich um Stilvorgaben doch eigentlich gar nicht zu kümmern ...Dennoch, Musik kann nicht ganz und gar aus dem Nichts entstehen, ein Rückgriff auf bestimmte tradierte Spielweisen, auf Patterns, ist notwendig. Die Musiker werden durch ihre Ausbildung und die Zeit, in der sie aufwachsen, geprägt und nehmen deren Stileigenarten auf. Manche können sich von diesen Prägungen lösen, sich neue Stile aneignen, ja selbst solche ins Leben rufen wie Miles Davis oder Coleman Hawkins. Andere wie Louis Armstrong, Ben Webster oder Art Blakey blieben ihr Leben lang ihrem Stil treu. Dass sie deswegen nicht weniger bedeutende Musiker waren, wirft ein weiteres Licht auf die relative Bedeutung der Stile. Große Musik entsteht vielfach einfach nur aus großer Musikalität.
Dennoch gibt es einen wichtigen Grund, die Stile des Jazz zu würdigen: Praktisch jeder Stil des Jazz hat sein Revival gehabt und wird sicherlich weitere haben. Und jeder noch so futuristische Musiktrend wird einmal alt sein und dann nach einiger Zeit doch wiederentdeckt werden. Am Ende der 70er hing vielen Jazzhörern die Phrasenhaftigkeit der meisten Fusion-Aufnahmen zum Halse heraus, und dennoch sind nicht wenige davon in den 90ern wiederentdeckt worden. Eine bestimmte Spielweise kommt aus der Mode und kann dennoch nur wenige Jahre später wieder aufgenommen werden. Außerdem haben Jazzmusiker (vielleicht mit Ausnahme von Wynton Marsalis) zur Geschichte ihrer Musik ein ähnlich unverkrampftes Verhältnis wie zu ethnischen Musiken, Rock oder auch Klassik. Das historisch Entfernte muss nicht anders verstanden werden als das geografisch Entfernte. Als Free Jazz-Musiker wie Lester Bowie sich Anfang der 90er New Orleans-Jazz zuwandten, eigneten sie sich dessen Klangfarben kreativ als „exotische“ Klänge an.
Da die Entwicklung des Jazz sich im zwanzigsten Jahrhundert vollzog, ist sie, bedingt durch die modernen technischen Kommunikationsmöglichkeiten, auch weitaus rasanter verlaufen als die der europäischen Musik. Zwischen Barock und Wiener Klassik liegen hundert Jahre, zwischen Swing und Bebop etwa fünfzehn! Seit der Entstehung des Jazz in den Jahren zwischen 1900 und 1910 ist nahezu alle zehn Jahre ein neuer Stil entstanden, häufig verbunden mit einem bestimmten urbanen Zentrum, das seit den vierziger Jahren dann dauerhaft New York wurde. Doch der Geburtsort ist bekanntlich New Orleans, genauer das legendäre Bordell-Viertel Storyville, und nach dieser Stadt wurde der erste auch Stil benannt. Sein nur wenige Jahre zeitversetzt entstandener „Stilzwilling“ heißt Dixieland. Der New Orleans-Stil war gewissermaßen der Original-Stil der Schwarzen und Kreolen, während Dixieland die von Weißen gespielte Variante – ebenfalls in New Orleans – war, die nicht ganz so wild und anarchisch ausfiel. Die Musik, damals häufig auch nur „Hot Music“ genannt, erzeugt durch die kollektiven Improvisationen einen scheinbar chaotischen Eindruck. Typisch für die frühen Jazz-Stile war eine Septett-Besetzung (z. B. Louis Armstrongs Hot Seven) mit Trompete, Posaune und Klarinette als Bläsersektion und Klavier, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug als Rhythmusgruppe. Anstelle der Trompete war damals oft noch ihr Vorläufer, das Cornett (ohne Ventile), im Gebrauch, und das Banjo konnte ebenso anstelle der Gitarre zum Einsatz kommen wie die Tuba anstelle des Kontrabass’.
Spätestens als die Original Dixieland Jazz Band 1916 in Chicago auftrat, wurde ein weißes Publikum auf die neue Musik aufmerksam. Die Schließung von Storyville 1917 ließ viele Jazzmusiker nach Chicago umziehen, und es entstand ein neuer, von weißen Musikern stärker geprägter Stil, nicht mehr so wild und komplex wie der frühe Jazz, dafür erstmals mit gesonderten Instrumentalsoli, der Chicago Style der mittzwanziger Jahre. Der Cornettist Bix Beiderbecke war die Solisten-Attraktion im Orchester von Paul Whiteman, der damals eine Synthese von Jazz und europäisch-sinfonischer Musik versuchte (Symphonic Jazz), wie sie sich auch in der von ihm uraufgeführten „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin findet.
Schwarze Musiker wie Fletcher Henderson vergrößerten ihrerseits die ursprüngliche Bandbesetzung durch Mehrfachbesetzung der Bläser, womit sie zu Pionieren des Bigband-Sounds wurden, wie er die um 1930 beginnende Swing-Ära prägte. Mit dem Swing wurde Jazz zur Popmusik, zum einen wegen seiner Popularität als Tanzmusik, zum anderen wegen der Entstehung einer straff durchorganisierten Vermarktungsindustrie. Eine wichtige Variante des Swing war der Kansas City Jazz, dessen bekanntester Bandleader Count Basie war. Die eher noch einfachere, rifforientierte Struktur dieser Musik, bei der die Intrumentalsoli zurücktraten, bereitete den Weg für den Rhythm and Blues.
Der Swing hatte seine große Zeit in den 30ern, wobei es noch eine weitere Popularitätswelle mit patriotischen Vorzeichen bei Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg gab (Glenn Miller). Doch die Kommerzialisierung des Swing zur reinen Unterhaltungsmusik ließ viele Jazzfans auf Distanz gehen, während schwarze Musiker die Erfahrung machen mussten, dass der Erfolg der von ihnen erfundenen Musik vor allem weißen Geschäftsleuten zugute kam.
Die Entstehung des Bebop, mit dem Anfang der 40er Jahre der Modern Jazz entstand, kann daher als Reaktion auf diese Entwicklung gesehen werden. Jazz sollte nach dem Anspruch der Bebop-Musiker nicht mehr Tanzmusik und Kommerz sein, sondern Kunst. Allerdings entstand parallel zum Bebop auch die Tanzmusik der Schwarzen, der Rhythm and Blues. Der frühe Bebop mit seinen rasend schnell gespielten, abgehackten Phrasen und Instrumentalsoli, die sich nicht mehr an der Melodie, sondern nur noch an der Akkordfolge orientierten, galt als „schwierig“, trotz aller Bewunderung die Charlie Parker und Dizzy Gillespie genossen, und bald kam es zu Versuchen, diese ungebärdige Musik in etwas ruhigere Bahnen zu bringen. Bobby Ventura propagierte eine publikumsfreundliche Bebop-Variante („Bop for the people“) und der souveräne Coleman Hawkins zeigte, dass sich Elemente von Swing und Bebop durchaus kombinieren ließen. So entstand der Mainstream-Jazz – zwar kein eigener Stil, doch bis heute diejenige Richtung, die in unkontroverser Weise „einfach Jazz“ ist und sich nach und nach auch Neuerungen der Avantgarde einverleiben kann.
Doch es entstand auch eine andere, durchaus avantgardistische Spielweise, die den Bop beruhigte – und das im wörtlichen Sinn! – der Cool Jazz. Mit dieser Musik, die sich stärker am Ensembleklang orientierte, neue Instrumentalfarben mit einbezog, rhythmisch aber im Bop wurzelte, trat Ende der 40er Jahre der junge Miles Davis endgültig aus dem Schatten seiner frühen Lehrmeister Charlie Parker und Dizzy Gillespie. Die fast ausschließlich weißen Musiker in Miles’ Ensemble kamen alle von der Westküste, genauer Los Angeles und Hollywood, und wurden dort berühmt (Lee Konitz, Gerry Mulligan). Dennoch sollte man Cool Jazz nicht mit Westcoast-Jazz gleichsetzen, da die ebenfalls wichtige Cool Jazz-Schmiede des Pianisten Lennie Tristano genauso in New York ihre Basis hatte wie die von Miles Davis’ Mentor Gil Evans.
Mit dem Bebop erweiterten sich auch erstmals die geografischen Grenzen des Jazz, als Dizzy Gillespie Ende der 40er den Jazz mit afro-kubanischen Rhythmen kombinierte. Das war die Geburtsstunde des Latinjazz, der sich ab den 60ern aber stärker an der Musikwelt Brasiliens (Samba, Bossa Nova) orientierte.
In New York entwickelte sich der Bebop Anfang der 50er unter zunehmendem Einfluss von Blues und Gospel zu einer eingängigeren, aber genauso energiegeladenen Spielart weiter, die als Hardbop die wichtigste Strömung des Modern Jazz wurde. Langlebige Ensembles wie Art Blakeys Jazz Messengers sind diesem Stil ganz und gar verpflichtet. Ebenso wegweisend war das Quintet des experimentierfreudigen Schlagzeugers Max Roach, das er zusammen mit dem einflussreichen Trompeter Clifford Brown leitete. Ende der fünfziger Jahre zeichneten sich im Jazz gleich drei neue Entwicklungen ab: Musiker wie Bill Evans begannen die traditionelle Harmonik des Hardbop durch tonale Modi und Skalen zu ersetzen, der Modal Bop entstand. Eine neue Generation von Musikern wie Joe Henderson oder Bobby Hutcherson orientierte sich an diesem Stil. Auf der anderen Seite verstärkte sich der Einfluss von Gospel auf den Jazz, mit dem Einzug der (Hammond-)Orgel kamen Trios in Mode, die wegen der Basspedale den Standbass entbehrlich machten (Jack McDuff u. a.) und ganz und gar groove-orientiert nah am Rhythm and Blues spielten. Dafür wurde später der Ausdruck Soul Jazz geprägt.
Doch das „New Thing“, das damals selbst Bebop-Veteranen verschreckte, war die Musik des Ornette Coleman-Quartets, der Free Jazz. So weit, wie sich die Musiker hier aber auch von allen tradierten Spielweisen und musikalischen Schemata befreit haben mochten, die Musik war trotzdem noch dem Bop-Rhythmus verhaftet. Und: Sie spielten „hot“. Die frei improvisierten, extatisch-intensiven Ausbrüche ließen viele damals freilich überhören, dass Lennie Tristano zehn Jahre zuvor auf seine coole Art auch schon die Formen weitgehend aufgelöst hatte. Doch der Free Jazz sollte sich schnell weiterentwickeln, zunehmend Elemente der europäischen E-Musik-Avantgarde aufnehmen und entsprechend die Entwicklung eines eigenständigen europäischen Jazz (der Pionier: Joe Harriot) vorantreiben. Er konnte wegen seiner klanglichen Radikalität kein größeres Publikum erreichen und trug dem Jazz den Ruf ein, eine esoterische Intellektuellenmusik zu sein. Ebendieser Entwicklung versuchten jene Musiker entgegenzuwirken, die sich der Rockmusik zuwandten, der Musik, die dem Jazz in den 60er bei weitem den Rang als populäre Musik ablief und ein vorher nicht für möglich gehaltenes Massenpublikum erreichte. Die Jazz-Rock Fusion ab Ende der 60er bedeutete für die Jazzmusiker die Elektrifizierung ihrer Instrumente – bis dahin war Jazz praktisch akustisch gewesen – und eine Vereinfachung der musikalischen Strukturen, was durch eine energetische Spielweise kompensiert werden sollte (z. B. Billy Cobhams Power-Drumming). Da die meisten New Yorker Jazzmusiker Schwarze sind, war für sie die Fusion von Jazz mit Funk und Soul wichtiger als die mit Rockmusik (Donald Byrd, Blackbyrd). Auch bezog die Fusion vielfach ethnische Musik mit ein, bedeutete eine Weiterentwicklung des Latinjazz (Return to Forever, George Duke) und erschloss dem Jazz die Welten der indischen und spanischen Musik (Al di Meola, Paco de Lucia). Weltmusik-Fusionen dieser Art entstanden in den 70ern auch im akustischen Jazz, der World-Jazz (oder einfach „Weltmusik“) entstand, eine Richtung, die sich bis in die Gegenwart immer weiter entwickelt.
World-Jazz, Free Jazz, auch Neue Musik fanden in den Veröffentlichungen der 1969 in München gegründeten Plattenfirma ECM zusammen. Manfred Eichers Produktionsstil ließ einen so eigenständigen Sound entstehen, dass ECM im Verlauf der 70er das bedeutendste europäische Jazzlabel wurde, ein Synonym für europäischen Jazz schlechthin. Deshalb ist vorgeschlagen worden, ECM als einen eigenen Stil innerhalb des Jazz anzusehen – trotz der unterschiedlichen musikalischen Herkunft der dort vertretenen Musiker.
Nachdem Ende der 70er das musikalische Potential der Jazz-Rock Fusion verbraucht schien und ein Teil davon direkt in Disco-Musik einmündete (z. B. Patrice Rushen), begannen viele Jazzmusiker sich auf die noch unausgeschöpften Möglichkeiten des Bop und seiner Varianten (s. o.) zu besinnen und dort anzuknüpfen, wo das zweite Miles Davis-Quintet Mitte der 60er aufgehört hatte, allen voran Herbie Hancock mit seiner Gruppe V.S.O.P.. Sie und das grandiose Comeback des Bebop-Veteranen Dexter Gordon 1976 führten zu einem Bop-Revival, aus dem in den 80ern Strömungen hervorgingen, die die Tradition des letzten amerikanischen Jazzidioms zu konservieren schienen, und je nachdem, ob sie noch Elemente des Free Jazz für die Tradition gelten ließen (David Murray) als Neoklassizismus, oder, wenn sie noch konservativer an der Vergangenheit orientiert waren (Wynton Marsalis), als Klassizismus bezeichnet wurden. Mit dem Aufkommen der klassizistischen Strömungen, in denen der amerikanische Jazz seine große Vergangenheit wiederentdeckte, begann Mitte der 80er die Epoche des Postmodern Jazz.
Neben diesen Strömungen, die den traditionalistischen amerikanischen Jazz-Mainstream der Gegenwart darstellen, gab und gibt es natürlich weiterhin solche, die neue Trends in der Rock- und Popmusik kreativ aufgreifen und an der Elektrifizierung festhalten. Nach dem Ende von Fusion ist es allerdings schwierig, hier noch einen großen Trend auszumachen. Als im Bop-Revival der Jazz wieder akustisch wurde, entdeckte der Apologet des letzten akustischen Jazzstils Free Jazz, Ornette Coleman, die Möglichkeiten der Elektrifizierung. Die resultierende Musik wurde als Free Funk bezeichnet und inspirierte um 1980 eine ganze Reihe von Bands, von denen einige ebenso von der rohen Energie des Punkrocks angezogen wurden. Die für die Vermarktung der Punkrock-Welle von der Musikindustrie geprägte Bezeichnung „New Wave“ wurde von den musikalischen Freigeistern des New Yorker Undergrounds mit der ironischen Anti-Etikette No Wave beantwortet. Man wollte sich nicht mehr stilistisch einordnen lassen, machte vielmehr die harten stilistischen Umbrüche der Gegenwart, das Nebeneinander von mondäner Jazz-Vergangenheit und harter Punk-Gegenwart selbst zum Thema der Musik wie John Louries Fake-Jazz-Band The Lounge Lizards, der Prototyp des postmodernen Jazz.
Das Sammelbecken für all jene experimentierfreudigen Musik-Anarchisten, die den Free Jazz mit Punk-Energie und neuartigen Stilkombinationen auffrischten, wurde in den 80ern die New Yorker Knitting Factory. Wo sich die Musik dieser Szene – wie John Zorns Projekt Painkiller – an Grindcore, der rabiatesten Spielart von Metal, orientiert, hat man auch von Noise-Music gesprochen.
Auch die Entstehung von Hip Hop Mitte der 80er wurde von Jazzmusikern aufgegriffen. Pioniere in der Verarbeitung dieses Einflusses war das Musikerkollektiv M-Base. Am Ende der Dekade waren die charakteristischen schleppenden Rhythmen im amerikanischen R’n’B („New Jack Swing“) ebenso gegenwärtig wie in kommerziell orientierten Spielarten des Jazz, die in Post-Fusion-Manier an der Verbindung von Jazz und R’n’B festhielten. In dieser Zeit wurde von amerikanischen Radiostationen auch der Begriff Smooth Jazz für diese Musik geprägt.
Als europäisches Pendant zum Smooth Jazz kann in gewisser Weise Acid Jazz angesehen werden, denn auch dieser Begriff ist von einem DJ (Gilles Peterson) erfunden worden, um ein bestimmtes Musikprogramm zu charakterisieren. Während Smooth Jazz jedoch Mood-Music ist, Musik für romantische abendliche Stimmungen, ist Acid Jazz ganz im Gegenteil Tanzmusik. Die charakteristische Mischung aus Soul, Funk, Latin- und Souljazz, wie sie in Londoner Diskotheken Ende der 80er angesagt war, inspirierte auch Musiker, diese Musik wiederzuentdecken und nachzuspielen. Den Brückenschlag zur Gegenwart bildete dabei die Kombination mit Hip Hop-Elementen. Viele Bands dieser Szene sind jedoch nicht viel mehr als reine Stilkopien des Souljazz der späten 60er (James Taylor Quartet), so dass man fast von einem Souljazz-Revival in den 90ern sprechen kann. Doch der Rückwärtsgewandtheit dieser Musik fehlte ein kreativer Impuls, ein Bezug zur Gegenwart, und so entstand als umso futuristischer ausgerichteter Trend Ende der 90er eine Musik, die noch stärker als Acid Jazz auf Elemente der Elektronik (Samples, programmierte Rhythmen) zurückgreift, aber mit ihm die Orientierung am Groove teilt. Obwohl sie nur teilweise Elemente des Jazz verarbeitet, wurde für sie die Bezeichnung NuJazz geprägt.
Wer das Fortschrittsdenken der Moderne aufkündigt, aber an ihrem Formenvorrat – wenn auch ironisch gebrochen – festhält, schafft Postmoderne. Wer nach dem Ende von Fusion diese Musik zu erneuern versucht, schafft Post-Fusion. Aus Bop wird Post-Bop. Selbst in der Rockmusik gab es in den 90ern eine Strömung, die Post-Rock genannt wurde. Bands wie Seefeel, Tortoise oder The Sea and Cake waren Teil der Independent-Rock-Szene, spielten aber überwiegend instrumental und bezogen in ihre Musik Jazz-Elemente mit ein. Auch Jazzmusiker können (wie z.B. Per Lämmers) sowohl durch Independent-Rock als auch durch Jazz geprägt sein. Und neuerdings bezeichnet die Band Portico Quartet ihre Musik als Post-Jazz. Kann da noch etwas kommen, nach dem Jazz? Wir sind gespannt.
(Knut von Maydell)

