Nils Berg Cinemascope – Live-Jazz-Konzert zu You Tube-Amateuren

Es war ein Trip. Oder doch eher eine Reise? Gut eineinhalb Stunden lang entführten „Cinemascope“, das um musikalische YouTube-Projektionen bereicherte Nils Berg Trio, ihr Publikum in ferne Welten. Der Ankerwurf am Sonntagabend, der im Rahmen der „Lessing Tage“ im Thalia Theater in der Gaussstraße in Hamburg Altona stattfand, begeisterte mit klangvollem, subtil groovendem Trio-Jazz zu den „virtuellen“ Klängen von Flöten oder Kotos aus Japan, Sängern aus Pakistan oder Brunei und einem west-afrikanischen Balafon-Spieler.
Ursprünglich wollte Nils Berg seine talentierten, aber zu viel beschäftigten Musikerfreunde aus Stockholm an ihren Instrumenten filmen, um ihre Harfen, Celli, Trompeten und Gitarren „virtuell“ per Video mit auf Tour nehmen zu können. Dann entdeckte der schwedische Saxophonist, Flötist und Bass-Klarinettist auf YouTube Musiker aus aller Welt, die noch viel faszinierendere Instrumente spielten. „Es sind meistens Amateure, aber sie spielen mutig und ehrlich, wenn sie zuhause vor ihren Webcams sind“, erklärte Berg in der Pause im Interview mit Claus Friede von Kulturport. „Mir ist es nicht wichtig, dass Jemand perfekt spielt. Vor allem muss mich die Musik berühren.“ In einem wochenlangen Prozess editiert Berg die YouTube-Clips und komponiert dazu seine spannenden, neuen Jazzmelodien. Ein schönes, respektvolles Konzept: Bis auf einen Musiker, der nicht zu erreichen ist, haben alle der virtuellen Teilnehmer fröhlich ihre Einstimmung dazu gegeben. Dass „Cinemascope“ auch live beeindruckt, kann man übrigens bei ELBJAZZ 2012 erneut erleben. Dort werden Nils Berg Cinemascope natürlich auch auftreten.
ELBJAZZ dankt seinen Unterstützern für die Realisierung des Ankerwurf-Konzertes:


