Florian Seidel

Web Web

Um Perfektion geht es den vier Musikern von Web Web nicht. „Wir vermissen die Art, wie viele Musiker vor 50 Jahren gespielt haben. Mit improvisierten spontanen Momenten, mit Noten abseits des Arrangements. Einfach zusammen spielen und sehen, was dabei heraus kommt“, beschreibt Bassist Christian von Kaphengst die Methode. Zu dieser Band, die den Spiritual Jazz der 70er-Jahre wieder aufleben lassen will, gehören außerdem der Saxofonist Tony Lakatos, der Pianist Robert Di Gioia und Schlagzeuger Peter Gall. Ein Debütalbum haben die vier auch schon veröffentlicht. Es heißt „Oracle“ und ist auf dem Compost-Label erschienen, das eher für Lounge-Musik und Trip-Hop steht.

Die vier Routiniers spielen unaufgeräumte Grooves, sie lieben den freien Geist des Bebop, doch sie werden nicht zu ausufernd in ihren Improvisationen. „Die Musik muss intensiv atmen, dynamisch und impulsiv sein“, formuliert Di Gioia das Ziel des von ihm initiierten Quartetts. Klingt nach einem spannenden Projekt mit Energie, Spielfreude und Seele.